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60-Sekunden-Impuls

Impuls: Claude Codes Memory ist kein Feature, sondern eine Last

17. April 2026 1 Min. Lesezeit
Portrait von Martin Zöller

Martin Zöller

Claude Codes Memory ist kein Feature, sondern eine Last.

Wenn ich gerade eine Sache an Claude Code ändern könnte, wäre es sein Umgang mit Erinnerungen. Ich bin der festen Überzeugung, dass das Memory-System Claude Code schlechter macht, nicht besser.

Vor ein paar Tagen hat Claude eine API von mir zweimal falsch implementiert. Die daraus folgenden Tool-Aufrufe habe ich mit der Anmerkung blockiert: „So funktioniert die API nicht. Hör auf, zu raten.“ (An diesem Tag war meine Geduld begrenzt, Formulierung entsprechend.)

Claude Code weist das Modell in solchen Fällen darauf hin, aus der Ablehnung und dem Grund dafür zu „lernen“. Also schreibt es schön brav eine Erinnerung auf. Es ist ja schon ein bisschen putzig.

Nur sind diese Erinnerungen oft entweder zu spezifisch oder zu allgemein, aber fast nie auf den Punkt. In meinem API-Fall erklärte mir Claude in den darauffolgenden Sessions dann, dass es doch explizit darauf geachtet habe, die API richtig zu implementieren – so, wie es es gelernt hat. Nur leider war dieser neue Fall ein anderer und die Implementierung wieder falsch.

Leider passiert das regelmäßig. „Erinnerungen“ wiegen Claude in falsche Sicherheit bezüglich des Wissens über die Codebase. Mehr dieser Erinnerungen bedeutet weniger Exploration. Sie sind wildlebende Schnipsel von Dokumentation, die veralten und vielleicht nie korrekt waren. Sie nehmen Token im Kontext ein, die ich als Engineer besser nutzen kann.

(Nebenbei sind auch eine Million Kontext-Token da keine Hilfe. Alles über 80.000 Token ist nach wie vor nicht gut genug; Erinnerungen hin oder her.)

Nicht alle Erweiterungen sind sinnvoll. Neue Features in Claude Code müssen konfigurierbar sein und langfristig vorhersehbar bleiben, um erfahrenen Engineers den größtmöglichen Hebel bereitzustellen. Ich wette, dass viele von euch gut genug darin sind, den richtigen Kontext in jeder neuen Sitzung effizient zur Verfügung zu stellen. Euer Claude braucht keine automatischen Erinnerungen, weil ihr die habt und ihr das Steuer in der Hand habt.

PS: Wenn es dir wie mir geht und du die automatischen Erinnerungen zu zuvorkommend findest, kannst du sie mit /memory und dann „Open auto-memory folder” verwalten oder löschen.

PPS: Selbst Milla Jovovich (ja, die Schauspielerin) baut zusammen mit einem Kollegen an einer Lösung für das „Erinnerungsproblem“ von Coding Agents. Ich hingegen sehe die fehlenden Erinnerungen in meinem Alltag nicht einmal als Problem. Und du?