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60-Sekunden-Impuls

Impuls: Die eigentlichen KI-Experimente, die jeder mal machen sollte

11. Mai 2026 1 Min. Lesezeit
Portrait von Martin Zöller

Martin Zöller

Hier sind die eigentlichen KI-Experimente, die gerade jeder von euch mal machen sollte; besonders, wenn ihr Software entwickelt:

  1. Was passiert, wenn ich nicht ständig zum nächsten und übernächsten Thema springe, während die KI mal fünf Minuten lang arbeitet? Was passiert, wenn ich diese Pausen nutze, um kurz auf den Balkon zu gehen, oder zumindest, um mal aufzustehen? Was passiert, wenn ich das eine Woche lang durchziehe? Wie viel besser fühlt sich die Woche an als die davor, und wie viel „Effizienz” habe ich wirklich dabei verloren?
  2. Was passiert, wenn ich nicht den fünften Agent parallel laufen lasse, weil ich noch 60% Usage für die nächsten 60 Minuten übrig habe, sondern einfach die Themen zu Ende bringe, die gerade offen sind? Wie viel weniger guten (!) Output habe ich, wenn ich zwar den ganzen Tag KI nutze, aber nicht den ganzen Tag Agents parallel laufen lasse?
  3. Was passiert, wenn ich konsequent jede Aufgabe mit dem stärksten Modell laufen lasse? Sind meine Prompts, kombiniert mit den besten Modellen, gut genug, um typische Fehler von KI-generiertem Code zu verhindern, oder zumindest zu reduzieren? Reduziert das unsere Incident-Rate? Ist das die zusätzlichen 100€ im Monat wert?

Das sind doch die spannenden Fragen.

Nicht:

  1. Wie lange kann ich KI-generierten Code ohne Review auf Produktion pushen, bevor der erste Datenverlust auftritt oder alle Nutzer ausgesperrt werden? (Diese Woche noch erlebt.)
  2. Wie viel Tooling kann ich um meine Agents herum bauen, ohne jemals zu messen, ob das einen echten Produktivitätsgewinn eingebracht hat, geschweige denn einen signifikanten? (Aber hey, immerhin hat es sich gut angefühlt!)
  3. Wie lange kann mein Kopf einen fünffachen Anstieg an Kontextwechseln pro Tag aushalten, bevor ich mit AI Psychosis sabbernd in der Ecke liege und „Ich brauche Token, Daddy Altman” wimmere?

Wer AI Agents in seine Softwareentwicklung einführt, gewinnt an Geschwindigkeit — so oder so. Wie gut der Output ist, und wie langfristig diese Gewinne sind, hängt von vielen Faktoren ab. Ich bin überzeugt, dass einer dieser Faktoren ist, ob ihr regelmäßig einen Schritt zurückgeht und euch fragt: „Was machen wir hier eigentlich?”

Wer das nicht tut, verspielt den Vorteil des stärkeren Outputs durch mehr Incidents, längeren Review-Zeiten und einem massiven Anstieg an Code Churn.