Impuls: Du bestimmst, ob KI dir deinen Job klaut oder nicht
Martin Zöller
Vor ein paar Wochen war ich mir noch sicher, dass unsere Tech-Jobs sicher sind. Wahrscheinlich sind sie das immer noch, aber sie werden sich grundlegend ändern.
Die Zahl der Engineers, die sich KI-gestütztem Coding gegenüber öffnen, steigt in meiner Wahrnehmung stark an. Für viele Aufgaben sind Claude Opus 4.6 und Codex 5.3 „gut genug”, und für ebenso viele Aufgaben auch ehrlich gesagt besser als einige Devs, die ich kenne.
Meine Position bleibt: Wer Code nicht versteht, stößt auf natürliche Grenzen. Aber!
Wer Code versteht, der sollte sich dringend mit der Technologie befassen. Sie wird nicht wieder verschwinden. Sie wird wahrscheinlich teurer. Wahrscheinlich läuft sie in größeren Unternehmen lokal statt in der Cloud. Vielleicht verkleinert sie dein Team. Aber sie wird nicht verschwinden.
Ich sage das nicht wertend. Die Menge an „jetzt baubarer” Software steigt an und damit auch die Chancen. Die kognitive Last steigt an. Die Geschwindigkeit steigt an. Historisch erhöht das die Wahrscheinlichkeit von Burnout.
Ich sehe das kritisch, aber ich kann mir darüber kein Urteil bilden, wenn ich es nicht ausprobiere.
Wer sich vor KI-gestützter Softwareentwicklung verschließt, riskiert, für viele Unternehmen zweite Wahl zu sein. Der riskiert, ein vorschnelles Urteil über etwas zu fällen, was unseren digitalen Alltag in der Zukunft unwiderruflich beeinflussen kann.
Was uns als Engineer stark macht, ist die Anpassungsfähigkeit, die Neugierde und den Mut, sich in unbekannte Gefilde zu begeben. Gib das jetzt nicht auf! Ich weiß nicht, was passiert. Jeder, der behauptet, das zu wissen, lügt. Aber ich weiß, dass ich mich nicht davon überraschen lassen werde.