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Warum AI Agents dein Engineering-Team nicht automatisch schneller machen

24. Juni 2026 1 Min. Lesezeit
Portrait von Martin Zöller

Martin Zöller

AI Agents wie Codex machen dein Team irgendwie nicht schneller? Vielleicht liegt’s daran:

Claude Code und Codex können dir Features in Minuten generieren. Sie können fiese Bugs autonom finden und beheben. Aber sie bringen nichts, wenn das Fundament brüchig ist. Hier sind 10 Prinzipien der Softwareentwicklung, die auch im Jahr 2026 noch gelten:

1: Hauptfokus auf eine einzelne Aufgabe:

Kontextwechsel sind das, was deine Leistungsfähigkeit am stärksten beeinträchtigt. Sowohl beim Einzelnen als auch im Team.

2: Dateien klein halten:

Lange Dateien will weder der Engineer lesen noch die KI. Bei langen Dateien trifft die KI schlechtere Entscheidungen, wenn sie neue Informationen oder Funktionen einfügt. Lesevorgänge schlagen fehl, und der Kontext wird vergiftet.

3: Divide and Conquer gewinnt:

Wenn eine Aufgabe zu groß ist, steigt die Fehlerwahrscheinlichkeit stark an. Große Aufgaben sind nur kleine, verdauliche Aufgaben in einem Trenchcoat, die isoliert viel, viel leichter zu lösen sind.

4: Code sollte sich selbst dokumentieren:

„doSomething“ kann bedeuten: „deleteUser“ oder „confirmPayment“. Also benenne es auch so. Claude dankt es dir auch, weil er weniger nachdenken muss.

5: Review ist das Bottleneck:

Wenn dein Unternehmen eine neue Version veröffentlicht, übernimmt die KI nicht die Verantwortung, sondern du. Automatisierte Tests und KI-gesteuerte Code Reviews erleichtern den Umgang mit generiertem Code, aber am Ende musst du dafür geradestehen. Ein effektiver Review-Prozess ist Pflicht, wenn ein Agent am Tag 10 Pull Requests erstellt.

6: Wenn Anforderungen nicht klar sind, bekommt der PM nicht das, was er will:

Vage Formulierungen in Anforderungen können ganze Sprints in die falsche Richtung schicken. Vage Formulierungen in Prompts verschwenden Zeit und Token bei Agentic Coding. Klare Kommunikation und das Ausräumen von Missverständnissen und das Schließen von Lücken bleiben unverzichtbar.

7: Architektur und Softwaredesign machen einen Großteil der Arbeit aus:

Besonders frühe Designentscheidungen, die nicht zu dem passen, was das Produkt werden soll, tun finanziell und zeitlich weh. Wer in diesem Teil sowie in allen weiteren Iterationen Abkürzungen nimmt, wird nicht schneller, sondern langsamer.

8: Wenn du nicht weißt, was du tust, weißt du’s mit einer KI an deiner Seite trotzdem nicht:

Gute Engineers werden durch KI stärker. Schwache Engineers richten mit KI mehr Schaden an; es sei denn, sie setzen die KI zum Lernen ein. Leute sind schockiert, wenn sie das hören, aber garantiert noch stärker schockiert, wenn sie das Ausmaß der Zerstörung sehen.

9: Dokumentation veraltet schneller, als du denkst:

Je näher die Dokumentation am Code ist, umso größer ist die Chance, dass die KI sie aktualisiert, wenn sich das Verhalten ändert. Je weiter weg, umso schneller veraltet sie. Große Dokumentationstexte füllen das Kontextfenster deiner Agents, bevor sie überhaupt etwas bauen können. Je effizienter die Dokumentation, umso geringer die Gefahr von Context Rot.

10: Das beste Stück Code ist das, das du nicht brauchst:

Nur weil Code günstiger geworden ist, bedeutet das nicht, dass du mehr davon generieren solltest: Jede Zeile Code erzeugt früher oder später Wartungsaufwand. „Nice-to-have“ heißt oft auch „even-nicer-to-not-have“, auch wenn der neue User Flow in fünf Minuten generiert ist.

Gerade ändert sich viel, aber nicht alles. Wenn du gerade Agentic Coding in deinem Unternehmen einführst und auf Probleme stößt, sind das vielleicht nur Symptome tieferliegender, schon länger existierender Ursachen. Und die lassen sich finden und lösen.

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